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                                                                6 .Januar 2026

STATUS CONFESSIONIS

Oder: Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht

 Zum Kommissionspapier Nr. 58 „Geschaffen, erlöst und geliebt“ der DBK

 Geschaffen, erlöst und geliebt

 

 Liest man dieses Schriftstück, muß man zur grundsätzlichen Schlußfolgerung kommen: Dieses Papier ist nicht ganz dicht. Da ist kein Taufwasser mehr zu spüren. Was meine ich damit? Nur kurz dazu drei Anmerkungen: 

 1. Inhaltlich betrachtet durchzieht dieses Schriftstück eine sexualethische Blasphemie. Denn darin werden die Schöpfungswirklichkeit Gottes und die Erlösungsnotwendigkeit des Menschen, dokumentiert in der Heiligen Schrift (vgl. AT Gen 1 und 2, Jesus und Paulus an verschiedenen Stellen im NT, z. B. Mk 10, Mt 19, Röm 1, Eph 5) und der Lehrtradition der Kirche, dekonstruiert und so innerweltlichen ideologischen Lebensvorstellungen und -einstellungen gefügig gemacht. D. h., man stellt momentane gesellschaftliche, politische und wissenschaftlich diskutable Befindlichkeiten über die Offenbarung und damit auch über die Weisheit des christlichen Glaubens, ja des gesunden Menschenverstands und des allgemeinen Naturrechts. Der in diesem Papier aufscheinende Zugriff auf die Geschlechtlichkeit des Menschen ist ein menschlicher Gestaltungszugriff ohne Gott. Kirche ist nicht mehr Zeichen und Werkzeug, Sakrament des Herrn (vgl. Lumen gentium 1), sondern Segensspenderin anthropologischer Verwirrungen. Sünde gibt es nicht mehr. Es zählt mein Eigen-Sinn, vom Morgen bis zum Abend die fluide Wahrheit. Und der liebe Gott sagt: Alles gut. Das ist nicht nur nicht mehr katholisch, das ist nicht mehr christlich. Es ist eine seelsorgliche Kapitulation. Es klingt hart, aber die Verfasser des Papiers wollen letztlich sein wie Gott und nicht mehr bei Gott sein. Sie spielen Kirche mit Christus als Fingerpuppe. Psalm 9,20 kommt in den Sinn: „Erheb dich, Herr, damit nicht der Mensch triumphiert.“

 2. Formal ist dieses Papier, und das zeigt die ganze Schäbigkeit des Textes, letztlich eine kirchensystemische Anleitung zum sexualethischen Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen, also die Anleitung dazu, die Seelen heranwachsender Kinder und Jugendlicher in bisweilen schwierigen körperlichen Phasen nicht zu stützen und zu schützen, nicht zu korrigieren und zu gottgerechter Leiblichkeit zu führen, sondern mainstreamgehorsam zu verführen, ja sogar zu verderben.  Es ist eine erschreckende Ironie, daß vor dem Hintergrund des sog. Synodalen Weges, der angeblich antrat, um gegen den kirchlichen sexuellen Mißbrauch vorzugehen, durch ein solches Papier genau dieser Mißbrauch, kirchlich abgesegnet, auf anderer Ebene massiv befördert wird.

 3. Das Papier gehört in den Reißwolf. Sollten sich Religionslehrer nicht an die Weisung eines hoffentlich katholischen Diözesanbischofs halten, die die Verwendung dieses Papiers im Religionsunterricht verbietet, müßten Sanktionen durch den Bischof erfolgen. Würde nach einer ersten Ermahnung das Papier weiterhin im Religionsunterricht verwendet, ist der Entzug der Missio unumgänglich.

 Prof. Dr. Hubert Windisch