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OSTERN  2026

 

 * Eine sehr bekannte Reliquie der Christenheit ist das Turiner Grabtuch. Ich stand zur Jubiläumsaustellung 2010 selbst schon lange in ca. drei Meter Entfernung vor diesem Grabtuch aus Leinen, das auf 4,40 m Länge und 1,10 Breite den Abdruck eines gegeißelten, dornengekrönten und gekreuzigten Mannes zeigt, und war bis ins Innerste berührt.

 * Die auch wissenschaftliche Befassung mit diesem Grabtuch begann 1898, als der italienische Fotograf Secondo Pia das Grabtuch zum ersten Mal fotographierte und beim Entwickeln der Bilder in der Dunkelkammer feststellte, daß das Fotonegativ ein klareres, realistischeres Positivbild des Gesichts zeigte als das Tuch selbst – eine physikalische Sensation.

 * Richtig Fahrt nahm seine wissenschaftliche Erforschung Ende der 1970iger Jahre auf, als das Grabtuch mit allen möglichen Methoden in bezug auf das Gewebe, die Pollen, die Farbe, die Herkunft usw. untersucht wurde und die Ergebnisse kontrovers diskutiert wurden. Darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen, sondern nur eine Stimme aus der jüngsten Zeit erwähnen.

 * Der Neutestamentler Jeremiah Johnston aus den USA hatte die Echtheit des Grabtuchs zunächst lange abgelehnt, hat sich aber aufgrund neuester Untersuchungen davon überzeugen lassen, daß das Bild auf dem Grabtuch nicht menschengemacht sein kann. Laut Physikern ist es durch einen kurzen und intensiven Energieimpuls verursacht, den man mit einer „nuklearen“ Lichtentladung vergleichen könnte. Es sollen 34 Billionen Watt (34.000 Milliarden Watt) in einem Vierzigstel einer Milliardstelsekunde freigesetzt worden sein. Auch eine dreijährige, vom Vatikan eingesetzte Forschungsgruppe hat Johnston überzeugt. Diese Gruppe hat festgestellt, daß weder Farbe noch Pigmente oder Farbstoffe das Bild verursacht haben. Es sei zudem nur 0,02 Mikrometer dünn. Aufgrund physikalischer Gegebenheiten und Naturgesetze könne man so etwas technisch nicht nachahmen.

  * Nun ist die Einstellung zum Turiner Grabtuch keine dogmatische Frage. Es beschädigt meinen Glauben nicht, wenn ich mich nicht damit befasse. Aber es kann doch ein echter Hinweis darauf sein, daß Christus wahrhaft auferstanden ist. Als Licht vom Licht, als wahrer Gott vom wahren Gott, als Mensch ins göttliche Licht: Lumen Christi. Die Botschaft von Ostern, wie wahr, wie schön, wie trostvoll. Tod, wo ist dein Sieg, Tod, wo ist dein Stachel, wo ist der Herrscher dieser Welt?

 * In dem kleinen Licht der Osterkerze, das wir alle Jahre wieder in der Osternacht entzünden, zeigt sich die Macht Gottes, die stärker ist als die Finsternis, stärker als Tod und Teufel. Gott ist Licht, und Finsternis ist nicht in ihm, heißt es im 1. Johannesbrief (vgl. 1,5). Bei der Erschaffung der Welt erschuf Gott zuerst das Licht (vgl. Gen 1,3), gleichsam als weltliche Teilhabe an seinem göttlichen Leben. Lumen Christi: Durch ihn ist alles geworden, in ihm war das Leben, und das Leben, Christus, war das Licht der Menschen. Dieses Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt. So die ersten Verse im Prolog des Johannesevangeliums (vgl. Joh 1,1-5). Die Menschen lieben leider immer wieder die Finsternis der Sünde mehr als Gottes Licht. Aber in Christus gibt Gott uns Menschen von neuem Anteil an seinem Licht. Ostern ist die Neuschöpfung der Schöpfung. Und jedes Jahr ruft uns Gott in der Osternacht kraft des Kreuzes und der Auferstehung Jesu wieder aus unserer Finsternis in sein Christuslicht (vgl. 1 Petr 2,9). Laßt es uns im Glauben erfassen und voll Freude und Dankbarkeit leben als Kinder des österlichen Lichts (vgl. Eph 5,8-9)!

 * Lumen Christi.  Halleluja.  Amen.

Professor Dr. Hubert Windisch