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                                                                                      26.12.2025

CHRISTMETTE  2025

 

 * In der jährlichen Christmette kann man aufatmen und bei aller festlichen Freude ruhig werden, ruhig in der Seele, was einem ja in den Wochen vor Weihnachten bei all dem Rummel oft verwehrt wird. Sicher gibt es auch da hin und wieder ein adventliches Aufblitzen christlicher Sinngehalte, stille Momente, Einkehr und Umkehr im Gebet, die Sehnsucht nach Heil, die gute Tat. Doch die Kruste der Abkehr von allem, was heilig ist – manchmal bis hinein in die Pfarreien – ist dick und raubt uns den Atem, das Aufatmen für die Seele, wie Fridolin Stier, der Exeget aus Tübingen einmal Mt 11,28 so schön übersetzt hat.

 * Diese heilige Stunde lädt uns ein, nachzusinnen über die Frage aus Ps 8: Was ist der Mensch, daß du, o Gott, seiner gedenkst, des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst (Vers 5)? In dieser Frage und der Antwort darauf ist doch alles enthalten, was Weihnachten ausmacht. Lassen wir uns wieder neu von Weihnachten ergreifen!

 * Leben auf Erden gibt es seit ca. 3,5 – 4 Milliarden Jahren. Menschliches Leben wurde daraus vor ca. 2,5 – 1,5 Millionen Jahren geformt, die Bibel sagt: geschaffen, und daraus formte sich vor ca. 300.000 -200.000 Jahren der sog. Homo Sapiens bzw., um wieder mit der Bibel zu reden, er wurde allmählich geschaffen. Nebenbei gesagt, Naturwissenschaft und Bibel widersprechen sich nicht, wenn man beide nur richtig lesen bzw. verstehen kann und will.

 * Gleich am Anfang der Heiligen Schrift lesen wir: „Gott, der Herr, formte den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem… Als sein Abbild schuf er den Menschen, als Mann und Frau schuf er sie“ (vgl. Gen 2,7 und 1,27). Aus Liebe hat er ihn aus dem Stoff dieser Erde geschaffen. In Liebe soll der Mensch auf dieser Erde mit ihm leben – der Homo Sapiens.

 * Homo Sapiens, Weiser Mensch, klingt gut, ist aber übertrieben. Denn weise ist der Mensch der Anlage nach, der Intention Gottes nach sicher, der Wirklichkeit nach ist allerdings Ernüchterung angebracht. Intellektuell und technisch hochbegabt scheint es durch die Jahrtausende hindurch mit der Weisheit des Menschen sehr zu hapern. Man möchte es nicht glauben, wenn man betrachtet, wie er sich aufführt als Homo Sapiens – durch alle Zeiten, von Generation zu Generation.

* Die Freiheit hat Gott ihm gegeben, die Erkenntnis und die Beherrschung der Welt, ein Herz, mit dem er sehen und handeln soll (vgl. Jes Sir 17,6). Was aber tat der „weise“ Mensch? Freiheitsarrogant wollte er nicht Abbild sein, sondern selbst das Bild, wie Gott wollte er sein (Gen 3) und will es immer noch – durch alle Zeiten, von Generation zu Generation. Abgründig und boshaft ist sein Herz, sagt der Prophet Jeremia (17,9), um nichts macht er Lärm, heißt es in Psalm 39. Nichts heißt auf Latein nihil. Nihlismustrunken torkelt er durch die Jahrtausende, das Geschöpf Gottes, zur Antwort auf seine Liebe berufen, aber immer wieder der Verführung der alten Schlange Luzifer verfallen: Non serviam. Du brauchst Gott nicht zu dienen und seinen Weisungen nicht zu folgen, du wirst selber sein wie Gott. Auch heute noch.

 * Das ist freilich eine Lüge, und wer Lügen glaubt, geht darin unter, auch in Gesellschaft und Politik und Kirche. Davor wollte Gott den Menschen seit dem Sündenfall bewahren. Er hat sich ein Volk auserwählt, Israel, um der Welt Licht und Weisung zu geben (vgl. Jes 2,2-5 und 49,6 und Dt 28,10). Ging oft nicht gut. Nicht nur Elija mußte gegen den Glaubensabfall Israels kämpfen (vgl. 1 Kön 18 und 19). Immer wieder mahnte Gott durch Propheten, Gerechte und Heilige. „Warum nur wollen die Menschen nicht hören und verkehren ihre Berufung, ihren Ruf zu mir, in Widerstand, in Dummheit, in Rebellion? Was konnte ich für meinen Weinberg noch tun, was ich nicht tat“, klagt Gott durch den Propheten Jesaja im Weinberglied (vgl. Jes 5), eine Klage, die am Karfreitag in den Heilandsklagen (Improperien) aufgegriffen wird. „Ich muß meinen Sohn schicken als einen von ihnen, das ultimative Angebot an die Menschheit. Und ich brauche jemand, der mitmacht, jemand, der mir dienen will.

Maria. Josef.

Darüber hinaus habe ich keinen Trumpf mehr. Er wird sie retten, oder sie gehen zugrunde. Ihr müßt wählen: Untergang oder Rechtfertigung aus dem Glauben an Jesus Christus. Paulus hat das erkannt und läßt euch eindringlich grüßen, meine geliebten Kinder.“

 * Weihnachten ist alle Jahre wieder der heilige Moment für die Erinnerung an diese zugleich erschütternde und befreiende Wahrheit, die in jeder Zeit und in jedem Menschenleben neu zur Bewährung ansteht, von Generation zu Generation, privat und gesellschaftlich. Lassen Sie sich also von der Botschaft von Weihnachten im Glauben zugleich ergreifen und befreien. Da liegt es, das Kindlein auf Heu und auf Stroh. Es ist Jesus, der rettende Herzschlag Gottes für mich und für Dich, für seine Welt. Der Himmel steht uns offen, alle Jahre wieder. Kommt, lasset uns anbeten.

Amen.

Professor Dr. Hubert Windisch