Der
Franziskanerpater Max Rademacher bezeichnet den „strafenden Richter-Gott“ als
ein „dämonisches Gottesbild“. Gott würde auch nicht die guten und bösen Taten
der Menschen registrieren und außerdem brauche man nicht etwas leisten, um in
den Himmel zu kommen.
Was denkt
sich der Pater bei dem Satz im Glaubensbekenntnis: „Er wird wiederkommen zu
richten die Lebenden und die Toten“? Kann man die Matthäus-Darstellung vom
Endgericht einfach übergehen? Der Evangelist schreibt ausdrücklich, dass der
Herr die Menschen nach ihren Taten richtet – „die einen zur ewigen Pein, die
Gerechten aber in das ewige Leben“. In den Torgiebelfeldern unserer gotischen
Dome ist das Jüngste Gericht dargestellt, bei dem Christus als Weltenherrscher
und Weltenrichter in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sein Urteil spricht. Wie
kann eine biblisch und theologisch begründete Wahrheit in „dämonisches
Gottesbild“ sein?
Leserbrief zu „Jesus hat Unruhe gebracht“, Nassauische
Neue Presse 23. 4. 2011
Redakteur
Johannes Laubach versucht ein vergessenes Lied wiederzubeleben, dessen Refrain
lautet: ‚Jesus ja – Kirche nein’. Dabei war das Konzept, den Menschen Jesus
gegen die Institution Kirche aufzuspielen, schon bei seiner Entstehung vor 40
Jahren ein totgeborenes Kind: Als wenn die Lehre Christi freischwebend in der
Weltgeschichte ohne oder gar gegen die Kirche zu leben und zu lehren wäre.
Ausgerechnet bei der Gruppe, die sich „Wir sind Kirche“ nennt, gab der
ehemalige Pfarrer Hubertus Janssen kürzlich einen entsprechenden Impuls für die
„Freilassung Jesu“ aus den Händen der kirchlichen Aufpasser.